Zertifikate


Was sind Zertifikate?

Zertifikate gehören zu den Finanzderivaten Geldanlagen. In den letzten Jahren wurden Zertifikate bei den Anlegern und Banken immer beliebter, denn ihre Ausgestaltung ist vielfältig möglich. So sind zum Beispiel Zertifikate für eher sicherheitsorientierte Anleger ebenso auf dem Markt wie Zertifikate für chancenorientierte Anleger.

Grundsätzlich ist jedem Zertifikat ein Basiswert zugeordnet, nach dessen Entwicklung sich auch die Entwicklung des Zertifikates orientiert. In den meisten Fällen wird als Basiswert ein bestimmter Aktienwert oder ein Aktienindex herangezogen. Aber auch Rohstoffwerte, Immobilien und andere Wertpapiere eignen sich als Basiswerte für Zertifikate.

Im Unterschied zu Investmentfonds, die als Sondervermögen geführt werden, müssen Anleger hier jedoch das Emittentenrisiko beachten. Sofern die emittierende Bank Insolvenz anmelden muss, wären die Einlagen verloren. Ein prominentes Beispiel sind die zahlreich von Lehmann Brothers emittierten Zertifikaten, deren Anleger jetzt auf eine Entschädigung hoffen müssen.

Die unterschiedlichen Arten der Zertifikate

Wie bereits erwähnt können Zertifikate sehr unterschiedlich ausgestaltet sein. In den letzten Jahren sehr beliebt waren Bonuszertifikate, die zu den Zertifikaten mit definiertem Rückzahlungsprofil gehören. Diese versprechen ihren Anlegern einen bestimmten Bonus von beispielsweise 8% pro Jahr, sofern der Basiswert sich innerhalb eines vorbestimmten Korridors bewegt. Aufgrund des eher niedrigen Zinsniveaus sowie der relativ geringen Risiken wurden diese Zertifikate auch an bisher unerfahrene Wertpapieranleger verkauft. Viele von ihnen mussten jedoch im Rahmen der Finanzkrise hohe Verluste verkraften. Wird bei diesen Zertifikaten nämlich die Kursschwelle des Basiswertes berührt oder unterschritten, wandelt sich das Zertifikat in ein konventionelles Indexzertifikat mit allen Chancen und Risiken.

Weiterhin sehr beliebt sind Indexzertifikate. Diese bilden einen Index nahezu 1:1 ab und sind dabei mit Indexfonds, den ETF, vergleichbar. Vergleichbar hiermit sind Basket-Zertifikate, die die Entwicklung eines von der Bank festgelegten Aktienkorb widerspiegeln. Die Zusammensetzung des Aktienkorbes bleibt dabei dem Emittenten überlassen, so dass jedes Basket-Zertifikat nahezu einmalig ist. Für Anleger bedeutet dies, dass die Zusammensetzung sowie die Aktienwerte genau geprüft werden sollten. Ebenfalls zu dieser Gruppe gehören die Tracker-Zertifikate, die jedoch lediglich die Entwicklung eines einzigen Wertes abbilden.

Letztlich werden bei Anlegern auch die Garantiezertifikate immer beliebter. Wie der Name schon vermuten lässt, garantiert der Emittent in diesem Fall die Rückzahlung des Anlagebetrages zu 100%. Ausgabeaufschläge oder Depotgebühren gehören allerdings nicht hierzu. Somit können Anleger an den Entwicklung des Aktienmarktes teilhaben, sie sind jedoch vor Verlusten geschützt. Zu beachten ist jedoch, dass bei einer positiven Marktentwicklung lediglich eine Beteiligung an den positiven Kursen von 60-70% erfolgt.

Die Vor- und Nachteile von Zertifikaten

Zertifikate eignen sich für nahezu jeden Anlegertyp, um das Depot zu strukturieren. Wie bei anderen Anlagen auch sollten die Beträge, die hierin investiert werden, jedoch gut gesplittet werden. Ähnlich wie Aktienfonds bieten Zertifikate in ihrer Anlage eine gute Streuung, so dass Verluste einer Branche kompensiert werden können.

Zudem bieten viele Zertifikate die Möglichkeit, an den Entwicklungen des Aktienmarktes mit wenigen Risiken teilzuhaben. Da Zertifikate jedoch sehr unterschiedlich ausgestaltet sein können, müssen die Anlageprospekte der Banken unbedingt sorgfältig geprüft und gelesen werden. Nur dann, wenn man genau weiß, worin die Anlage erfolgt und welche Mechanismen den Zertifikaten zugrunde liegen, ist das Risiko begrenzt.

Der Kauf von Zertifikaten

Zertifikate werden heute von nahezu jeder Bank angeboten. Nicht immer ist der Anbieter dabei auch Emittent, so dass dies geprüft werden sollte. Grundsätzlich werden Zertifikate dabei im Wertpapierdepot der Bank verwahrt, die Höhe der Depotgebühren ist dabei vom Anbieter abhängig. Die Ausgabeaufschläge sind ebenfalls sehr unterschiedlich, je nach Ausgestaltung betragen sie zwischen 1-3% der Anlagesumme. Die Mindestanlagesumme bei Zertifikaten beträgt in der Regel 1.000 Euro.

Der Zertifikate Vergleich:


Jetzt Vergleich anfordern!

Kostenlos, unverbindlich und unabhängig.

Datenschutzgarantie: Wir garantieren Ihnen eine vertrauliche Behandlung, der von Ihnen eingebenen Daten. Ihre Daten werden nach Kontaktaufnahme vollständig gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben.