Swap ETF
In Exchange-Traded Funds (ETF) kann das Sondervermögen bis zu
zehn Prozent statt in Aktien auch als Termingeschäft in Form
von Swaps investiert sein. Diese Swap ETF bieten Kostenvorteile bei der
Fondsverwaltung, streuen das Investitionsrisiko und können
Steuervorteile für den Anlieger bieten, wenn er seine Anteile
vor 2009 kauft und die Anteile länger als ein Jahr
hält.
Steuervorteile mit Swap ETF sichern über 2008 hinaus
Swaps werden als Derivate besteuert, das heißt als
außerordentliche Gewinne behandelt. Erlöse aus vor
dem Jahr 2009 erworbenen Anteilen an Swap ETF bleiben nach einem Jahr
Haltedauer komplett steuerfrei.
Aber auch nach dem
Inkrafttreten der Abgeltungssteuer wirken Swaps ETF
zumindest aufschubmindernd bei der Versteuerung. Die aus Swaps-Gewinnen
ins Fondsvermögen einfließenden Gelder
müssen erst dann versteuert werden, wenn die Fondsanteile
wieder veräußert werden.
Charakteristika von Swap ETF
Die meisten der weltweit über
60 Anbieter von
Exchange Traded Funds bieten ihren Investoren inzwischen auch Swap ETF
an. Anders als bei normalen ETF bildet der Fondsaufleger
beim Swap ETF nicht einen Aktienindex nach, indem er bespielsweise in
Werte des DAX investiert. Statt dessen beteiligen sich die Fondsanleger
an den Tauschgeschäften, die der Fondsaufleger mit anderen
Banken zu festgelegten Terminen vereinbart hat. Die Wertbemessung der
Swaps orientiert sich an den vereinbarten Indizes, während der
Fonds darüber hinaus Aktien anderer Indizes und Rentenpapiere
kaufen kann. Festgelegt werden beim Swap Kapitalbetrag, Laufzeit,
Auszahlungstermine und Auszahlungssumme.
Vorteile von Swap ETF
Swap ETF weisen gegenüber den direkt
investierten ETF einige finanzielle Vorteile für den Investor
auf, von denen er direkt profitiert. Durch die
entstehenden Kostenvorteile kann sich die Performence des ETF
verbessern, indem seine laufenden Verwaltungskosten werden gesenkt.
Indem der Fond Swaps statt Aktien erwirbt, entfallen Gebühren,
Spesen oder national erhobene Steuern auf Aktiengeschäfte.
Die
Verwaltungskosten eines Swap ETF sind daher niedriger als beim ETF.
Die jährlichen Gebühren können sich beim
Swap ETF nahezu halbieren. Zugleich werden durch die Reduzierung der
externen Kosten die Spannen zwischen An- und Verkaufskurs des Swap ETF
verringert. Handelskosten, die durch Anpassungen an den Index bei
normalen ETF von Zeit zu Zeit zwangsläufig fällig
werden, fallen beim Swap ETF gänzlich weg. Diese
schlanke
Kostenstruktur des Swap ETF macht diese Anlageform
gerade bei kleineren Investitionssummen zu einer interessanten
Alternative zu ETF.
Worin die Swap ETF investieren
Die Swap ETF bilden Indizes in erster Linie über ihre
Swap-Anteile nach. In den meisten Fällen sind die Swaps
branchenspezifisch oder nach Ländern ausgerichtet. Eine
gezielte Auswahl nach Branchen mit großen Potential ist so
für den Anleger möglich. Indem ETF mit ihrer
Querschnittsbildung versuchen, Risiken zu streuen, verzichten sie
darauf, von der Performance bestimmter Boombranchen ausreichend zu
profitieren.
Swap ETF hingegen eröffnen diese
zusätzlichen Chancen. Es gibt sie
beispielsweise in den Sektoren Chemie, Medien, Automotive. Aber aber
auch für Dienstleistungsbranchen von Banken und Versicherungen
bis hin zu Technologie und Telekommunikation. Zudem bieten
Fondsaufleger
Swap ETF mit Gold, Öl, Gas oder anderen Rohstoffen an.
Auch länderspezifische Swap ETF auf der Grundlage nationaler
Aktienindizes sind am Markt erhältlich.
Anbieter von Swap ETF
Wichtige Anbieter von in Deutschland über Xetra handelbaren
Swap ETF sind die britische Barclays mit iShares, die US-amerikanische
State Street, die Deutsche Bank mit db x-trackers sowie die
französische Société
Générale mit ihren Lyxor Produkten.
Marktführer Barclays bietet Swap ETF beispielsweise als iShare
DJ Stoxx 600 Oil an Gas Swap, Personal and Householf Goods Swap und
Food and Beverage Swap an. Die Deutsche Bank ist mit ihren db
x-trackers-Produkten wie etwa MSCI Taiwan TRN Index oder dem Brazil TRN
Index auf dem Swap ETF-Markt vertreten.