Short ETF
Ein ETF, Exchange-traded Funds, ist ein spezieller Investmentfonds, der
einen Index nachbildet, in der Regel nicht aktiv gemanagt und an der
Börse gehandelt wird. Mittlerweile sind auch aktiv gemanagte
ETF zu finden, die jedoch im eigentlichen Sinne nicht zu dieser
Anlageklasse gehören.
Grundlegend können diese Fonds in allen möglichen
Anlageklassen investieren, von reinen Aktien bis hin zu Rohstoffen. Bis
vor etwa zwei Jahren waren ETF zumeist in Amerika gelistet, heute
können sie auch in Deutschland, ähnlich den Aktien,
börsentäglich gekauft und verkauft werden.
ETF können nicht nur in Zeiten steigender Kurse, sondern auch
bei fallenden Notierungen ein lohnendes Investment sein. Anleger,
die in naher Zukunft mit sinkenden Aktienkursen rechnen, sollten in
einen so genannten Short ETF investieren. Sie
können somit ihr Wertpapierdepot vor Verlusten absichern, ohne
selbst Aktien verkaufen zu müssen. Folgen
„normale“ ETF den Indexkursen nahezu 1:1 nach oben,
spiegelt der Short ETF die Entwicklungen in umgekehrter Form
wieder. Fällt der Index hierbei um 10%, steigt der
Kurs des Short ETF um ebenfalls 10%. Im entgegen gesetzten Fall jedoch,
wenn der Index im Anlagezeitraum an Wert gewinnen kann, würde
der Anleger diesen Gewinn beim Short ETF als Verlust verbuchen
müssen. Zwar konnten Anleger auch bisher schon auf fallende
Kurse spekulieren, zum Beispiel durch Short Zertifikate, diese
würden jedoch bei einer Insolvenz des Emittenten allerdings
ebenfalls ausfallen. Anders der Short ETF:
Ebenso wie klassische Investmentfonds bildet er ein
Sondervermögen, das auch bei einer Insolvenz nicht angegriffen
werden würde, sondern dem Anleger als Vermögen zur
Verfügung steht.
Short ETF handeln in erster Linie mit komplizierten
Finanztransaktionen, so genannten Swaps, wodurch
Leerverkäufe simuliert werden. Unter Leerverkäufen
versteht man immer, nicht nur beim Short ETF, den Verkauf einer Aktie,
die (noch) nicht im Depot vorhanden ist. Nach Ablauf einer gewissen
Frist besteht jedoch die Pflicht, diese Aktie wieder auszuliefern.
Hierfür muss sie also zu einem späteren Zeitpunkt,
möglichst deutlich günstiger, wieder gekauft werden.
Der Anleger spekuliert hierbei also auf sinkende Aktienkurse. Die
Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufkurs der Aktie ist der Gewinn des
Fonds bzw. des Short ETF Besitzers. Zusätzlich zu den
möglichen Kursgewinnen erzielt der Short ETF
weitere Erträge am Geldmarkt, da das Geld der
Anleger ja nicht direkt in Aktien investiert wird. Die Rendite liegt
hier um 4-4,5% p.a. Die Gewinne des Fonds können also unter
Umständen sogar höher ausfallen als die eigentlichen
Verluste des Index.
Fazit: Der Short ETF sind also vor allem in negativen
Börsenzeiten, wie sie aktuell zu sehen sind, ein lohnendes
Investment und eine gute Depotabsicherung. Sie sollten
allerdings vorwiegend für den kurzfristigen Einsatz erworben
werden, denn auf langfristige Sicht erzielen Aktieninvestments
tendenziell Gewinne.