Rohstoffe u. Rohstoff ETF
Der Rohstoffboom der vergangenen Jahre hat bei vielen
Anlegern reges Interesse an der Anlage in Rohstoffe geweckt.
Neben den etablierten Anlagerohstoffen wie Edelmetallen und
Rohöl, haben viele Investoren auch Soft Commodities
für die Geldanlage entdeckt. Während fossile
Brennstoffe wie Öl oder Gas im Zuge der Finanzkrise enorme
Wertverluste einbüßen mussten, erfuhr Gold eine
Wertsteigerung. Insgesamt sind es lediglich die Edelmetalle, die im
letzten Jahr eine akzeptable Performance erwirtschaften konnten.
Während sich für ein
Investment in Gold
die verschiedensten Möglichkeiten bieten, haben es Anleger bei
fossilen Brennstoffen und Soft Commodities
schon wesentlich schwerer. Ein physisches Investment ist - aufgrund der
beschränkten Haltbarkeit der Soft Commodities und
Verbrauchsrohstoffe - nicht oder nur bedingt möglich.
Demgegenüber ist ein Investment in Edelmetalle wie
Gold oder
Silber problemlos zu
realisieren. Eine physische Anlage in Industriemetalle ist zwar
möglich, aufgrund der benötigten Lagerfläche
ist diese aber nur in begrenzten Maßen möglich.
Für ein
Investment in Soft Commodities und
Öl oder Gas kommen dagegen oft nur Zertifikate
oder spekulative Finanzinnovationen in Frage. Da die Anlage
über Zertifikate zwangsläufig ein Emittentenrisiko
mit sich bringt, ist sie bei weitem nicht immer ideal geeignet, um
langfristig in einen Rohstoff zu investieren. Denn das Emittentenrisiko
kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein Anleger, im
Falle einer Insolvenz des Emittenten, einen Totalverlust erleiden kann.
Vorteilhaft an einem Rohstoffinvestment mittels Zertifikaten ist
allerdings die Möglichkeit, auch auf fallende oder
stagnierende Rohstoffnotierungen zu spekulieren. Gerade in
Rezessionszeiten oder für kurzfristige Spekulationen ein
wichtiger Faktor.
Die Möglichkeit des indirekten Investments über
Zertifikate bietet sich selbstverständlich auch für
Gold- oder Silberinvestments an. Außerdem besteht hier die
Möglichkeit über Fonds zu partizipieren. Diese
relativ neuen Rohstofffonds investieren direkt in den
entsprechenden Rohstoff oder einen Rohstoffkorb. Der Fonds investiert
physisch in die abgebildeten Rohstoffe. Damit entsprechen die
Rohstofffonds bezüglich ihrer Sicherheit der direkten Anlage
in Rohstoffe.
Hohe Ausgabeaufschläge werden für Rohstofffonds meist
nicht zwangsläufig fällig. D
ie meisten
Rohstofffonds sind auch als ETF verfügbar. Rohstoff ETF sind
börsengehandelte Investmentfonds. Das
heißt, sie können über mindestens einen
Börsenplatz gekauft und verkauft werden. Dadurch kommt es in
der Regel zur Ersparnis des Ausgabeaufschlags. Das so genannte Agio,
welches in der Regel bei einem Kauf über die
Kapitalanlagegesellschaften erhoben wird, entfällt beim
Börsenhandel. Stattdessen werden ETF mit einem geringen Spread
gehandelt, der deutlich unter dem Ausgabeaufschlag liegt.
Die Handelbarkeit von ETF über die
Börse bringt aber auch einige Vorteile mit sich,
die über eine reine Kostenersparnis hinaus gehen. So werden
Börsenorders in der Regel sehr viel schneller abgewickelt als
der Kauf oder Verkauf über die Kapitalanlagegesellschaft.
Außerdem sind ETF selbst dann noch liquide, wenn die
Fondsgesellschaft den Handel mit Fonds aussetzen sollte, vorausgesetzt,
es finden sich Marktteilnehmer, die kaufen oder verkaufen
möchten.
Ein negativer Aspekt bei
Rohstoff ETF
liegen sicherlich in den Kosten, die für Börsenorders
entstehen. Außerdem ist für den ETF Handel ein
Depotkonto erforderlich, welches in der Regel nur gegen eine
regelmäßige Depotgebühr geführt
wird. Gegenüber einer physischen Verwahrung von
Anlagerohstoffen entfallen aber die Lagerkosten und hohe Investitionen
in eine angemessene Sicherheitsinfrastruktur. Außerdem
entfallen Kosten für die Versicherung der Anlagerohstoffe oder
ein Bankschließfach, welches je nach Größe
schnell einige hundert Euro pro Jahr kosten kann.
Damit
überwiegen die Vorteile von Rohstoff ETF gegenüber
anderen Anlageformen letztlich doch sehr deutlich.
Weitere Rohstoffe:
Öl / Rohöl