ETF auf fallende Kurse (Short ETF)
Gerade in Zeiten zunehmender Volatilität interessieren sich viele Anleger für Möglichkeiten, auch an fallenden Kursen Geld verdienen zu können.
Mit ETFs war es lange Zeit nur möglich, an steigenden Kursen zu partizipieren. Mittlerweile bieten aber immer mehr Bankhäuser auch sogenannte Short ETFs an, mit denen man als Anleger Gewinne erzielt, wenn die Kurse fallen. Mit Short ETFs bieten sich damit sowohl Möglichkeiten der Depotabsicherung als auch Chancen, auf fallende Kurse zu spekulieren.
Mit einem ETF auf fallende Kurse shorten Anleger über den Fondsmanager den Zielmarkt. Investiert ein Anleger beispielsweise in einen Short ETF auf den Dax, dann kauft der Fondsmanager keine Aktien, sondern verkauft diese, obwohl er sie nicht besitzt. Diese Praxis bezeichnet man als Leerverkauf. Der Fondsmanager kauft die Aktien erst dann zurück, wenn der Anleger seine Anteile am Short ETF zurückgibt. Fallen die Kurse dann tatsächlich, kann der Fondsmanager die Aktien billiger zurückkaufen und der Anleger erzielt einen Gewinn.
Deswegen verläuft die Wertentwicklung eines Short ETF in etwa gegenläufig zu der Performance von gewöhnlichen ETFs. Für den Leerverkauf muss sich der Fondsmanager allerdings Aktien leihen, wofür eine Leihgebühr anfällt, diese Kosten führen zu einer geringfügigen Abweichung bei der Wertentwicklung.
Grundsätzlich sollte ein Engagement in ETFs auf fallende Kurse immer als kurz- bis mittelfristige Spekulation betrachtet werden. Denn bisher sind die Märkte langfristig immer gestiegen, sodass ein Short ETF niemals als langfristiges Investment gesehen werden sollte. Die Handelbarkeit von Short ETFs ist mit der von gewöhnlichen ETFs vergleichbar. Anteile können einfach über die Börse ge- und verkauft werden und bei einigen Anbietern besteht sogar die Möglichkeit, Anteile im Direkthandel zu erwerben oder zu veräußern.