ETF / Exchange-Traded Funds
Der Begriff
Exchange-traded Funds (kurz ETF)
bezeichnet einen Investmentfonds in Form eines
Sondervermögens, es ist also rechtlich vom Vermögen
der Investmentgesellschaft selbst getrennt. Der Vorteil hierbei ist,
dass ein
ETF selbst im Falle einer Insolvenz des
Investmentunternehmens davon
unberührt
bleibt. Dieser Vorteil kann sich besonders momentan als
sehr entscheidend herausstellen, denn nicht nur aus den USA kommen
täglich neue Schreckensmeldungen über den
Zusammenbruch ganzer Finanzkonzerne, insbesondere der Investmentbanken.
ETF werden im Normalfall passiv an der Börse
gehandelt und bilden einen zugrunde liegenden Index ab.
Der Anleger investiert also in den Index eines bestimmten Marktes und
kann sich selbst entscheiden, ob er in den Performance-Index (z.B.
DAX, MDAX) oder in
einen Kurs-Index ohne Berücksichtigung von Dividendenzahlungen
(so zum Beispiel EURO STOXX, DOW) investieren will.
Wie oben bereits erwähnt, werden die meisten ETF passiv
gemanagt,
es gibt jedoch auch die aktiv gehandelten ETF.
Dabei analysieren die Manager des Emittenten die Märkte und
versuchen, den Fonds durch ein geschicktes Auswählen der
Aktien zu optimieren. Auch bei dieser Form des Managements bleibt
jedoch der größte Teil des Fondsvermögens
eine passive Anlage, die Gewichtung erfolgt also 1:1 zum Index.
Die ETF erfreuen sich aufgrund ihrer vielen Vorteile
immer größerer Beliebtheit. Zum einen
ist die Investition günstiger als die Investition in einen
herkömmlichen Investmentfonds. Aktien-ETF haben in der Regel
eine Verwaltungsgebühr zwischen 0,35 und 0,50 % pro Jahr. Bei
Renten-ETF liegt diese zwsichen 0,15 und 0,25 %. Die Differenz zwischen
An- und Verkaufskurs, der so genannte Spread, beträgt nur rund
0,1 Prozent. Dadruch ist mit ETF ein schnelles Handeln auf dem Markt
möglich.
Die Transparenz eines ETF ist viel höher als die
eines normalen Investmentfonds. Während die
Manager des letzteren einen Portfoliobestand nur am Quartalsende offen
legen, kann sich der Besitzer eines ETF fortwährend
über die aktuelle Struktur informieren. Auch das kann sich in
der momentanen Finanzlage als sehr günstig erweisen, denn der
Anleger kann jederzeit selbst handeln, wenn sein ETF an Wert verlieren
sollte. Die Tatsache, dass der
ETF jederzeit wie eine
Aktie handelbar ist, da der Net-Asset-Value
(Nettoinventarwert=NAV) des Anteils fortlaufend neu berechnet und
bekannt gegeben wird- im Gegensatz zu einem herkömmlichen
Investmentfonds, wo der Anteilspreis in der Regel nur einmal
täglich berechnet wird und der Anleger bei der
Auftragserteilung in den allermeisten Fällen selbst nicht
einmal seinen Abrechnungskurs kennt, ist ebenfalls bei der momentanen
Lage nicht von der Hand zu weisen.
Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass Anleger, die ETF
ihr Vertrauen schenken, mit einem doppelten Vorteil und weniger
Nachteilen belohnt werden.
Die Exchange Traded Funds kombinieren Vorzüge
von Aktien und Investmentfonds und reduzieren gleichzeitig die
Nachteile beider Geldanlagemöglichkeiten auf ein Minimum.
Die breite Streuung der Anlagen führt dazu, dass ein ganzer
Markt präzise abgebildet wird. Das Risiko eines Geldverlustes
kann mit dieser zukunftsträchtigen Technik der Geldanlage
beinahe aus der Welt geschafft werden.