Exchange-Traded Commodities
Rohstoffe stellen für viele private und institutionelle
Investoren eine attraktive Assetklasse dar. lange zeit war sie
professionellen Investoren vorbehalten, nun können auch
Privatanleger mit sogenannten Exchange Traded
Commodities (ETC) direkt in Rohstoffe investieren. Dabei
haben Investoren längst nicht mehr nur Edelmetalle oder
Öl im Blick. Auch Verbrauchsrohstoffe, so genannte Soft
Commodities (zum Beispiel Getreide, Orangensaft, Kakao, Kaffee usw.)
finden sich immer öfter in den Depots vieler Anleger wieder
und können in Form von Exchange Traded Commodities gehandelt
werden. Die Möglichkeiten, in Rohstoffe zu investieren sind
vielfältig. Mit Zertifikaten können Anleger auf
beinahe jede Entwicklung des abgebildeten Rohstoffs setzen oder ganze
"Rohstoffkörbe" (Baskets) nachbilden. Fonds bieten besondere
Sicherheit, da sie Sondervermögen sind und das
Emittentenrisiko damit entfällt. Die physische Anlage kommt
allerdings nur bei Rohstoffen in Frage, die keinem natürlichen
Verfall unterliegen (zum Beispiel Gold oder Silber). CFD's oder Futures
eignen sich in der Regel nur für professionelle Anleger und
schrecken Privatinvestoren häufig ab.
Welche essentielle Bedeutung dem Emittentenrisiko zugemessen werden
kann, zeigt der wertlose Verfall der Lehmann Zertifikate im Zuge der
Insolvenz des Instituts. Neben Fonds bieten auch Exchange
Traded Commodities (ETC) eine Absicherung gegen dieses
Bonitätsrisiko. Zwar handelt es sich bei
Exchange Traded Commodities (ETC) formal ebenfalls um
Schuldverschreibungen oder Zertifikate, allerdings erfolgt eine
Besicherung der Anlage durch die physische Hinterlegung mit dem
abgebildeten Rohstoff. Somit ist der Anleger - auch im Insolvenzfall
des Emittenten - gut gegen Bonitätsrisiken abgesichert. Exchange
Traded Commodities (ETC) können an der Börse
Frankfurt auf der Handelsplattform XETRA und an einigen
Regionalbörsen seit 2006 gehandelt werden. Wie
Investmentfonds besitzen auch Exchange Traded Commodities keine
Laufzeitbegrenzung. Die Preisnotierung von ETC orientiert sich dann an
den Spotpreisen der abgebildeten Rohstoffe oder an entsprechenden
Futures und weicht nur geringfügig davon ab. Sie
verfügen über eine ganz normale Wertpapierkennnummer
(WKN) und können, wie jedes andere Wertpapier, einfach
über die entsprechenden Börsen gekauft werden.
Ein besonderer Vorteil von Exchange Traded Commodities
(ETC) ist, dass Anleger sowohl auf steigende, als auch auf fallende
Rohstoffnotierungen spekulieren kann (Short Exchange Traded
Commodities). Auch gehebelte ETC sind verfügbar
und bilden eine Alternative zu herkömmlichen, unbesicherten
Knockoutzertifikaten. Dadurch ist man ähnlich flexibel, wie
mit konventionellen Zertifikaten. Die meisten Exchange Traded
Commodities beziehen sich auf Energieträger wie die
verschiedenen Ölsorten oder Gas. Außerdem finden
sich passende Produkte für die gängigsten Edel- und
Industriemetalle, sowie einige Softcommodities.
Im Gegensatz zu Exchange Traded Funds, handelt es sich
bei Exchange Traded Commodities (ETC) um Schuldverschreibungen.
Exchange Traded Funds sind dagegen ganz normale Investmentfonds, die
rechtlich als Sondervermögen gelten. Für Anleger, die
ungehebelt auf steigende oder fallende Rohstoffnotierungen setzen
möchten, stellen Exchange Traded Funds daher im Zweifelsfall
die bessere Alternative dar, da dass Emittentenrisiko gänzlich
ausgeschlossen wird. Gegenüber dem Angebot entsprechender
Zertifikate oder Exchange Traded Commodities ist das Angebot an
Exchange Traded Funds im Rohstoffsegment relativ begrenzt und erstreckt
sich hauptsächlich auf die meist gehandelten Rohstoffe.
Aufgrund der hohen Nachfrage und der ungleich höheren
Sicherheit gegenüber normalen Zertifikaten dürfte die
Anzahl an Exchange Traded Commodities (ETC) und Exchange Traded Funds
(ETF) auf Rohstoffe aber zukünftig rasant ansteigen. Auch
für Rohstoffe, die eher schwache Umsätze erzielen,
dürfte es dann passende ETC und ETF geben.