China ETF
Die aufstrebenden Märkte in Asien sind bereits vor einigen
Jahren in den Fokus privater und institutioneller Investoren geraten.
Von den sogenannten BRIC Staaten, zu denen auch China gehört,
versprechen sich Experten langfristige Renditen, die deutlich
über denen an etablierten Aktienmärkten dieser Welt
liegen.
China erlebt seit Jahren kontinuierliches
Wirtschaftswachstum im zweistelligen oder zumindest hohen einstelligen
Bereich. Selbst in der aktuellen Finanzkrise
prognostizieren die meisten Analysten deutliche Wachstumsraten. Wenig
verwunderlich, dass Anleger an dem Megaboom Chinas partizipieren
wollen. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten
Kursrückschläge scheint - nach Zeiten der
Überbewertung - ein unterbewertetes Niveau erreicht zu sein.
Exchange-Traded Funds (ETF) stellen ein geeignetes
Vehikel dar, um die aktuelle Situation zu nutzen und in den Aktienmarkt
Chinas zu investieren. Exchange-Traded Funds sind
börsengehandelte Investmentfonds. Bis vor einiger Zeit waren
die meisten ETF Indexfonds, was sich aber mittlerweile
geändert hat. Immer mehr gewöhnliche Investmentfonds
sind börsennotiert. Gerade für Emerging Markets wie
China oder andere BRIC Staaten gibt es oft gar keine passiven
Indexfonds. Große Chinafonds wie der DWS China sind aber
bereits seit längerem börsennotiert.
Gründe, über einen ETF in China zu
investieren gibt es genug. Gegenüber
entsprechend aufgestellten Anlagezertifikaten entfällt bei der
Anlage über einen ETF das Emittentenrisiko. Gerade vor dem
Hintergrund der Finanzkrise und der Lehmannpleite im Jahr 2007 ein
wichtiger Aspekt. Außerdem ist die Liquidität bei
der Anlage über einen großen Fonds ungleich
höher, als bei Zertifikaten. Bei einem Fondsvolumen von
deutlich mehr als 100 Mio. Euro kommt es fast täglich zu
Umsätzen an der Börse. Bei Zertifikaten ist der
Handel oft nur mit dem Emittenten selber möglich, was bei
einer Aussetzung des Handels problematisch sein kann. Darüber
hinaus existieren erhebliche Unterschiede in der Kostenstruktur der
Produkttypen. So sind die laufenden Fonds meist geringer, als bei
Zertifikaten. Der entscheidende Vorteil des Fondskaufs über
die Börse: Der Ausgabeaufschlag entfällt und die
Fondsanteile sind mit einem marginalen Spread handelbar. Zwar werden
noch Gebühren für den Börsenhandel
berechnet, allerdings liegen die Kosten des Erwerbs meist unter denen
für den Erwerb über die KAG
(Kapitalanlagegesellschaft).
Ein ETF ist
übrigens geradezu prädestiniert als Produkt zur
langfristigen Kapitalanlage. Denn anders als bei
Zertifikaten, ist es bei großvolumigen Fonds die absolute
Ausnahme, dass diese vorzeitig zurückgezahlt werden.
Der wichtigste Beweggrund für ein
Chinainvestment ist aber die großen Renditechance,
die sich aus einer Anlage ergeben dürfte. Nach den
jüngsten Kursrückschlägen an den meisten
Emerging Markets von bis zu 80 Prozent, sind die Aktien in China wieder
günstig bewertet. Eine Erholung der Kurse würde den
Anlegern bei Fonds wie dem DWS China eine Rendite von etwa 200 Prozent
bescheren. Wie wahrscheinlich eine rasche Erholung der Kurse ist, kann
natürlich niemand verlässlich prognostizieren.
Allerdings würde ein baldiges Anspringen der Konjunktur dazu
führen, dass Investoren wieder Geld in den Emerging Markets
investieren würden. Eine Erholung der Aktienkurse
würde dann zwangsläufig einsetzen. Eine
Verschärfung der aktuellen Wirtschaftslage könnte
aber auch zu weiter fallenden Kursen führen, da Investoren in
diesem Fall weiterhin Geld aus den Schwellenländern abziehen
würden. Aber auch vor dem Hintergrund dieser Gefahr gilt: Ein
Investment in einem Emerging Market ist absolut langfristig zu sehen.
Ein Anlagehorizont von mindestens fünf, besser zehn Jahren
sollte die Grundlage jeder Entscheidung für ein Investment in
China bilden.
Weitere Markets:
Brasilien
Thailand
Vietnam